Seuchenprävention bei Pferden: Appell an ausländische Pferdebesucher

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Seuchenprävention bei Pferden: Appell an ausländische Pferdebesucher

Nachdem Schwedens Pferdeställe derzeit mit dem Herpesvirus EHV-1 zu kämpfen haben, sind auch in Island alle Alarmstufen auf rot gestellt.

Herpes EHV-1 kann bei Stuten zu einem Abort führen, die aktuelle Variante verursacht jedoch auch Atemwegserkrankungen und Bewegungsstörungen bis hin zu Lähmungserscheinungen in der Hinterhand, berichtet das Magazin hestamennska.is.

Die Viruserkrankung wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Damit sind Kontaktpersonen des erkrankten Pferdes ebenso potentielle Überträger wie Ausrüstungsgegenstände, die im Umfeld erkrankter Pferde benutzt wurden.

Man geht davon aus, dass die meisten ausländischen Pferden Träger des EHV-1 Virus sind. In Island ist bislang kein Infektionsfall bekannt.

In Schweden hatten seit Januar Reitschulen und Ställen aufgrund der Infektion geschlossen werden müssen. Alle Stallungen, in denen die Infektion ausgebrochen ist, stehen unter Quarantäne.

Die isländische Veterinäraufsichtsbehörde MAST weist einmal mehr auf die Wichtigkeit der Infektionsprävention bei der Einreise ins Land hin.

“Es ist wichtig, dass diese Krankheit nicht ins Land gebracht wird. Wie nachfolgend erklärt, ist diese Krankheit heimtückisch, die Erreger können sich leicht in Pferdeställen verbergen, auch wenn noch kein Pferd erkrankt ist.

Pferdeleute müssen wie nie zuvor alles daran setzen, um eine Ansteckungsgefahr zu vermeiden, wenn sie ein- und ausreisen, ob als professionelle Reiter oder in ihrer Freizeit, und sie müssen dies auch von ihren Kunden und Gästen verlangen.

Es ist verboten, benutzte Reitausrüstung nach Island zu bringen, wie Sättel, Gebisse, Kopfstücke, Halfter, Boots, Satteldecken, Abschwitzdecken, Gerten, ebenso wie benutzte Reithandschuhe.

Benutzte Reitkleidung und andere Kleidung, die in der Nähe von Pferden im Ausland getragen wurde, muss vor der Einreise in der Waschmaschine gewaschen oder in die Reinigung gebracht werden.

Reitschuhe, Stiefel und Reithelme dürfen ins Land gebracht werden, wenn sie zuvor folgendermassen gereinigt worden sind:

Erst mit Seifenwasser reinigen, dann trocknen, danach mit einer einprozentigen VirkonS-Lösung (10 gr pro Liter Wasser) oder einem anderen Breitbanddesinfektionsmittel behandeln.

Ausserdem müssen mindestens fünf Tage nach der Desinfektion vergehen, bevor die Kleidung in Island in der Nähe von Pferden benutzt wird.

Pferdeleute, die ihre Kleidung vor der Einreise nicht desinfizieren konnten, haben die Möglichkeit, die Kleidung in einer verschlossenen Plastiktüte beim Zoll im roten Abschnitt abzugeben. Gegen eine Gebühr können sie ihre desinfizierte Kleidung dann nach Hause geschickt bekommen. Leder- und Wachsjacken sind nicht erlaubt.

Gibt man benutzte, ungewaschene Reitkleidung nicht beim Zoll ab, gilt dies als Schmuggel und führt zur Strafverfolgung. Das gleiche gilt für per Post versendete benutzte Kleidung und Ausrüstungsmaterial.

Im Jahr 2010 war in Island ein grosser Teil des Pferdebestandes erkrankt, nachdem sich der Erreger Streptococcus equi zooepidemicus mutmasslich von Schweden aus durch einen menschlichen Überträger auf der Insel verbreitet hatte. Im Folgejahr hatte der Zoll ein per Fähre ins Land gebrachtes Fahrzeug mit isländischem Kennzeichen beschlagnahmt, nachdem bei einer Routinekontrolle im Kofferraum gebrauchtes Sattelzeug, Trensen und ungereinigte Reitkleidung gefunden worden waren. 

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